Weshalb funkelt nicht der Mond?

Achtung Physik
// 19 Januar 2015
Vollmond über einem Zypressenhain (Bild: stux/Pixabay)

Was Liebespaare romantisch finden, ärgert Astrophysiker: Die Sterne funkeln. Schuld ist unsere Atmosphäre, denn sie ist permanent in Bewegung und lenkt die Lichtstrahlen ab, die von den Sternen in unser Auge gelangen, sodass wir mal mehr und mal weniger vom Sternenlicht und damit den Stern funkeln sehen. Doch warum funkelt nicht auch der Mond?

Das Licht des Mondes muss schließlich auch seinen Weg durch die verschiedenen Luftschichten nehmen. Doch der Mond hat den Vorteil gegenüber Sternen, dass er nah und deshalb groß ist. Während Sterne so weit weg sind, dass sie praktisch nur ein Punkt am Himmel sind, gewissermaßen nur ein einziger Lichtstrahl, ist der Mond eine Scheibe. Auch hier werden Lichtstrahlen in der Atmosphäre abgelenkt. Das wird von verschieden warmen und dichten Luftschichten verursacht: Wie bei einem Strohhalm im Glas, der geknickt aussieht, wird das Licht beim Übergang verschiedener Luftschichten verschieden abgelenkt. Doch ob ein paar Strahlen vom Mond abgelenkt werden und unser Auge treffen oder nicht, macht keinen Unterschied; es gibt immer noch genug andere Strahlen, die unser Auge erreichen, sodass wir den Mond immer als Scheibe sehen.

Astrophysiker arbeiten daran, ihre Teleskope an die Bewegungen der Atmosphäre anzupassen: Je nach Luftbewegung bewegen sie ihre Teleskopspiegel mit einer Vielzahl kleiner Korrekturelemente einige hundert Mal pro Sekunde, um die Luftbewegungen auszugleichen und scharfe Bilder zu erhalten.

19.01.2015
BR 2, IQ – Wissenschaft und Forschung
Serie „Achtung Physik“