Piep, piep, kleiner Satellit

Allgemein
// 25 April 2014
Auswurf der Mini-Satelliten (Bild: Zac Manchester/KickSat)

Seit dem 18. April 2014 ist unser „Leo“ im All, zusammen mit den anderen Mini-Satelliten der Forschungsmission. Unter den Radiosignalen der winzigen Schwarmsatelliten wären auch die des „Leo“: Als Datensatz codiert, würde das Signal „W-D-R-5“ auf der Erde zu empfangen sein. Mit normalen Radiogeräten geht das aber leider nicht, sondern ist eher etwas für Profis.

Bauanleitung für Spezialisten

Wer sich technisch einiges zutraut, kann natürlich auch selbst eine Bodenstation einrichten. Einfach eine alte TV-Satellitenschüssel umzubauen, funktioniert leider nicht. So eine Parabolantenne müsste dann nämlich einen Durchmesser von drei bis vier Metern haben, keine sonderliche Zierde für den Garten. Besser ist eine so genannte Yagi-Antenne. Alle Spezialisten finden im folgenden eine Bauanleitung. Wer aber „nur“ neugierig ist, kann auch einfach weiter Leonardo einschalten. Auch wir machen uns natürlich auf die Suche nach den Signalen aus dem Weltall; Hilfe bekommen wir dabei dankenswerterweise von den Funkamateuren des DARC Ortsverbandes Herford.

Schritt 1: Hardware beschaffen und zusammenbauen

Die passenden Bauteile gibt es im Elektronikfachhandel, man nehme:

  • eine Antenne (Yagi)
  • einen Vorverstärker (LNA, Low Noise Amplifier)
  • einen USB-DVBT-Stick/Receiver Dongle
  • einen Adapter zwischen Antenne mit Vorverstärker
  • mindestens 2 BNC Kabel

Schritt 2: Software herunterladen und installieren

Benötigt wird die Software „GNURadio“. Die Software „GNURadio“ ist für das Betriebssystem „Linux“ gedacht. „Windows“ wird nicht offiziell unterstützt. Es gibt zwar ein Installationsfile, aber Zac Manchester, der Raumfahrtingenieur der winzigen Satelliten, empfiehlt den kostenlosen Ubuntu-Emulator „VMWare Player“.

  • VMWare Player herunterladen und installieren
  • Das KickSat Virtual Machine Image herunterladen und entpacken
  • Das KickSat Virtual Machine Image mit VMWare Player ausführen, in den virtuellen Desktop einloggen (Passwort: kicksat)
  • GNURadio ist vorinstalliert und kann gestartet werden

Unter dem linuxbasierten Betriebssytem „Ubuntu“ geht es etwas leichter:

  • Das Installations-Script herunterladen
  • Die Installation starten
  • GNURadio starten

Schritt 3: Informieren wann und wo die Satelliten zu empfangen sind

Um Signale empfangen zu können, muss man die Antenne auf die winzigen Satelliten ausrichten. Nötig ist eine freie Sicht zum Satelliten. Weil sie „nur“ über Solarpanele und keine eigenen Batterien verfügen, muss man bei Tageslicht nach den Signalen suchen. Störsignale kommen auf der verwendeten Frequenz nur sehr selten vor, da es sich um eine weltweit geschützte, exklusive Frequenz im Satellitenbereich des Amateurfunkbandes handelt. Aber um die Signale zu empfangen, müssen die Satelliten in Reichweite sein, also entweder am Horizont vorbeiziehen oder mehr oder weniger über den eignen Standort hinwegfliegen.

Schritt 4: Signal entschlüsseln

Suchen nach einem Satelliten-Signal hilft natürlich nichts, wenn man die genaue Frequenz nicht kennt. Die mehr als 100 winzigen Satelliten werden alle auf der Frequenz 437.240 MHz funken. Wenn ihre Signale die Erde erreichen, lässt sich dort aber aus dem rythmischen Piepen und mit der oben angegebenen Software (GNURadio) die jeweilige Botschaft entschlüsseln. Mancher der winzigen Satelliten wird den Namen seines Besitzers, einen lieben Gruß oder eben „W-D-R-5“ funken, das wäre dann unser Leo und ein großer Erfolg, wenn es klappt.

25.04.2014
WDR 5, Leonardo
Leo To Space – Vorbereitungen für den Empfang

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