Nach dem Scheitern: Wie geht es weiter?

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// 14 Mai 2014
Zac Manchester, seine Kollegen und KickSat 2(Bild: Zac Manchester/KickSat)

Vor knapp drei Monaten ist unser kleiner Forschungssatellit „Leo“ verglüht. Nach massiven technischen Problemen findet die Mission damit ein unerwartetes Ende. Der „Leo“ war kaum größer als eine Briefmarke und gehörte zu einem Projekt für alternative Raumfahrttechniken. Doch was kommt für den Erfinder nach dem Scheitern der Mission?

Seit etwas mehr als drei Wochen war der „Leo“ im All. Funksignale konnten allerdings nicht empfangen werden. Der Grund dafür waren eine Reihe technischer Probleme beim Verteilen der winzigen Schwarmsatelliten. Die Mission ist gescheitert. In der Nacht bestätigte sich, dass die spezielle „Transportkiste“ der winzigen Satelliten, ein so genannter Cubesat, in den frühen Morgenstunden des 14. Mai 2014 in der Erdatmosphäre verglühte. WDR5 verabschiedet sich von seinem ersten eigenen Forschungssatelliten und einem Studienprojekt, dass die Wissenschaftsredaktion Leonardo fast zwei Jahre lang begleiten durfte, von der Idee eines Studenten bis zum tatsächlichen Flug in All.

Wir waren im All

Groß war die Freude bei den Unterstützern und Fans des Projektes, nachdem der Start ins All geglückt war. Nach zahlreichen Verschiebungen hatte am 18. April 2014 eine Falcon 9 Rakete den Cubesat mit dem Satellitenschwarm ins All getragen. Der Jubel war groß und die ersten Funksignale aus dem All wurden gespannt erwartet, dass sie ausbleiben würden, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand.

Geplanter Missionsablauf

Eigentlich sollten in den frühen Morgenstunden des 5. Mai 2014 die ersten Funksignale der winzigen Schwarmsatelliten empfangen werden. Zu diesem Zeitpunkt befanden sie sich seit etwas mehr als zwei Wochen im Weltall, sicher verpackt in einem so genannten Cubesat, einer Art Trägersystem, oder einfach ausgedrückt, einer Transportkiste. Die sollte die winzigen Satelliten nach einem bewussten Zeitplan ausschleusen und im Orbit verteilen – eigentlich.

Alles zurück auf Null

Ein Computerabsturz führte dazu, dass alle Systeme auf Null zurückgesetzt wurden, darunter unglücklicherweise auch der Countdown zum Freisetzen der Schwarmsatelliten. Der Countdown begann von Neuem. Sie sollten später als ursprünglich geplant ausgeschleust werden und mit ihrer Mission beginnen. Das Problem dabei: Der Trägersatellit befindet sich in einem niedrigen Erdorbit und stürzt langsam zurück zur Erde. Bei seinem Wiedereintritt verglüht er in der Erdatmosphäre, zusammen mit dem Satellitenschwarm in seinem Bauch. Einzige Chancen: den Countdown überbrücken und die Satelliten früher ausstoßen oder darauf hoffen, dass der Trägersatellit sich lange genug in der Umlaufbahn hält.

Daten sammeln und Daumen drücken

Amateurfunker auf der ganzen Welt sammelten Informationen über den genauen Zustand des Trägersystems. Der Konstrukteur Zac Manchester versucht es umzuprogrammieren und das Ausschleusen der winzigen Satelliten früher einzuleiten. Diese Versuche schlugen fehlt. Die Batterieleistung des Trägersystems war soweit gefallen, dass der Bordcomputer keine Funkbefehle von der Erde annehmen konnte. Der wahrscheinlichste Wiedereintritt und das damit verbundene Ende der Mission wurde für den 14. Mai, plus/minus zwei Tage prognostiziert.

Warum nicht höher hinaus?

Bei einer höheren Umlaufbahn würde der Trägersatellit länger im All verbleiben. Allerdings bliebe er dann nicht nur wenige Wochen sondern schnell mehrere Monate im All. Ein Ausschleusen der Schwarmsatelliten würde dann ein Risiko bedeuten, da auch sie über lange Zeit im All verbleiben würden. In so einem Fall wären sie irgendwann zu Weltraumschrott geworden, der andere Satelliten oder Raumfahrtprojekte hätte gefährden können. Um genau dies zu vermeiden, wurde das Studienprojekt in einem niedriegen Erdorbit ausgesetzt.

14.05.2014
WDR 5, Leonardo
Leo To Space – Wie geht es weiter?

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