Fallstricke im Weltraum

Allgemein
// 11 März 2014
Mini-Satellit "Leo" (Bild: Rooch)

Am 16. März ist es soweit: Wir starten mit unserem eigenen Forschungssatelliten „Leo“ ins All. Gerade auf den letzten Metern könnte aber noch einiges schiefgehen. Ich stelle die möglichen „Last-Minute“-Fehler vor, die jetzt noch auftreten und die Mission gefährden können, ohne dass wir vom Boden aus helfen könnten.

Risiko: Batterien

Die Transportkiste, der „CubeSat“, musste der NASA bereits im Oktober einsatzfertig übergeben werden, die Batterien halten jedoch nur acht Monate. Sollte sich der Raketenstart weiter verzögern, könnte es sein, dass die Batterien leer sind, wenn der CubeSat im All ausgeworfen wird. In diesem Fall müsste er zusätzliche einige Zeit um die Erde kreisen, um seine Akkus wieder aufzuladen. Der CubeSat ist mit Solarzellen ausgestattet.

Risiko: Ausfahren der Antenne

Sollte die Antenne nicht korrekt ausgefahren werden, wäre es schwierig, das Funksignal auf der Erde aufzuspüren. Raumfahrttechniker Zac Manchester hat das Ausfahren jedoch gründlich getestet.

Risiko: Stabilisierung

Es kann passieren, dass sich der CubeSat nicht stabilisieren lässt. Dann werden die Sprites ausgeworfen, während er trudelt, und fliegen womöglich chaotisch durcheinander. Es kann passieren, dass sie dabei zusammenstoßen oder sich ihre Antennenschnüre verknoten. Es kann auch passieren, dass sich die Sprites drehen. Sie wachen dann nur auf, wenn eine ihrer flachen Seiten zur Sonne zeigt und die Solarzellen genug Licht bekommen, um Strom zum Funken zu produzieren. Dreht sich die Solarzellenseite wieder von der Sonne weg, erlischt das Funksignal wieder. Da jedoch 128 Sprites ausgeworfen werden, hält es Zac Manchester für wahrscheinlich, dass er immer irgendein Signal empfangen wird.

Risiko: Auswurf

Wenn die Sprites nicht ausgeworfen werden, ist die Mission gescheitert. Deshalb hat Zac Manchester Sicherheitsvorkehrungen getroffen: Sollte es ihm aus irgendeinem Grund nicht gelingen, Kontakt mit dem CubeSat aufzunehmen, um den Auswurfbefehl zu übermitteln, wird dieser nach einiger Zeit automatisch ausgelöst. Damit der Mechanismus die Erschütterungen des Raketenflugs übersteht und auch im Weltall noch funktioniert, ist er robust: Im Wesentlichen sind die Sprites mit einer Art Angelschnur gegen eine Sprungfeder festgebunden. Um diese Schnur ist ein Streifen Metall gewickelt, durch den Strom fließt – ähnlich dem Heizstreifen in einem Toaster. Der Streifen erhitzt sich, die Schnur schmilzt, und die Sprites werden ausgeworfen.

11.03.2014
WDR 5, Leonardo
Leo To Space – Folge #17