Aufbruch ins All

Allgemein
// 14 März 2014
Jubel bei WDR 5 zum Start des Satelliten (Bild: WDR)

Unser Forschungssatellit „Leo“ ist im All! Der Satellit ist kaum größer als eine Briefmarke und gehört zu einem Studienprojekt für alternative Raumfahrttechniken. In einigen Wochen soll er das Funksignal W-D-R-5 zur Erde funken.

Start vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral

Gegen 21:30 Uhr unserer Zeit war es endlich soweit. In Cape Canaveral zündeten die Triebwerke der Falcon 9 Rakete der privaten Raumfahrtfirma SpaceX. Trotz eher mäßiger Wetterbedingungen hatte man am Countdown festgehalten. Die Entscheidung war offenbar richtig, denn in einem regelrechten Bilderbuchstart trug die Rakete ihre Nutzlast innerhalb weniger Minuten in die Erdumlaufbahn.

Derzeit befindet sich unser winziger Forschungssatellit, der Leo, noch in einer speziellen Transportkiste, gemeinsam mit 127 weiteren winzigen Satelliten. Auf der Hülle der Transportkiste sind aber alle Unterstützer des Studienprojektes verewigt. Der Schriftzug: Leo – WDR5 fliegt derzeit also durchs All.

Die einzelnen Schritte der Raumfahrtmission

  • Launch/Start
    Start für die Rakete – Der Flug „SpaceX CRS 3“ des privaten Raumfahrtunternehmens „SpaceX“ (Space Exploration Technologies Corporation) ist ein Versorgungsflug zur Internationalen Raumstation im Auftrag der NASA. An Bord sind aber auch die 128 Mini-Satelliten des jungen Raumfahrttechnikers Zac Manchester. Die Mission startet vom Kenndy Space Center am Cape Canaveral aus. Unser „Leo“ startet ins All.
  • 3 Minuten nach dem Raketenstart
    Die erste Stufe der Falcon 9-Rakete wird abgetrennt. Die zweite Stufe zündet.
  • 10 Minuten nach dem Raketenstart
    Die Dragon-Raumkapsel wird abgetrennt. Sie fliegt weiter zur Internationalen Raumstation und liefert notwendige Nachschubgüter.
  • 16 Minuten nach dem Raketenstart
    Von der zweiten Stufe der Falcon 9-Rakete aus wird in rund 300 Kilometern über der Erde die „Transportkiste“, der sogenannte CubeSat ausgeworfen. Im Cubesat lagert der Schwarm der winzigen Satelliten, der Sprites, 128 Stück sind es. Der CubeSat wird vor einer Feder aus seiner Halterung geschoben; dabei wird ein Countdown von 50 Minuten ausgelöst. damit sich die Raumfähre weit genug entfernen kann, bevor die Sprites ausgeworfen werden. Der CubeSat mit dem Satelliten-Schwarm ist nun ein selbstständig fliegendes, kleines Raumschiff, an Bord unser Leo.
  • 1 Stunde und 6 Minuten nach dem Raketenstart
    Nach der vorgeschriebenen Wartezeit von 50 Minuten schalten sich im CubeSat Strom und Funk ein. Die Transportkiste sollte nun Positionsdaten und Messwerte. Wissenschaftler der Cornell University in Ithaca, New York (USA), auch Funkamateure versuchen, das Signal aufzuspüren. Wirklich spannend wird es natürlich, wenn die winzigen Satelliten ausgewerfen werden und ihrerseits versuchen, die ersten Signale zur Erde zu funken.
  • 16 Tage nach dem Raketenstart
    Der CubeSat, der etwa die Abmessungen einer Stange Toastbrot hat, ist so ausgerichtet, dass er mit seiner langen Achse auf die Sonne zeigt und sich dabei wie ein Nudelholz stabil um diese Achse dreht. Diese Ausrichtung sorgt dafür, dass die Sprites beim Auswerfen mit einer ihrer flachen Seiten, an denen die Solarzellen angebracht sind, zur Sonne zeigen. Die Drehbewegung ist wichtig, damit die Sprites aus einer stabilen Position heraus ausgeworfen werden und sich ein bisschen verteilen. Um diese stabile Drehposition zu erlangen, registrieren Sensoren an Bord, wie sich der CubeSat bewegt, und der Bordcomputer berechnet, wie er diese Bewegung mit Reaktionsrädern, kleinen Schwungmassen, die von Motoren angetrieben werden, ausgleichen kann. Sobald der CubeSat korrekt ausgerichtet ist, werden die Sprites ausgeworfen. Dann sollte auch unser „Leo“ durchs All treiben.

Empfang auf der Erde

Leonardo bleibt dran. Wenn alles klappt, sollen die ersten Signale des „Leo“ und seiner 127 Gefährten in einigen Wochen aus dem All gesendet werden und wir versuchen Sie zu empfangen. Mit etwas Glück empfangen wir dann das Signal W-D-R-5 aus den Weiten des Alls.

14.03.2014
WDR 5, Leonardo
Leo To Space – Chronik des Starts

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